Diversität in Mapmaker Malique

Dieser Blogeintrag widmet sich ganz dem Thema „Diversität in Mapmaker Malique“.
Vorab: Mein „Mapmaker Malique“-Universum ist bunt und jeder soll sich dort zuhause fühlen können. Daher bin ich für Vorschläge offen, wie ich die Diversität noch weiter verbessern kann! 😀

Im nachfolgenden Beitrag habe ich lediglich das als Spoiler markiert, was bereits zu Band 2 gehört. Die entsprechenden Absätze sind grau hinterlegt! Mit Spoilern zu Band 1 müsst ihr also leider rechnen, wenn ihr ihn lest!


People of Color

Ich bereue, dass es in Band 1 gerade mal 3 PoC-Nebencharaktere gibt und das auch nur aus meinen Zeichnungen ersichtlich wird.
Besagte Nebencharaktere sind:

  • Direktor Simmons
  • Flamenco
  • Pop

Da es deutlichen Nachholbedarf gibt, werden alle drei Protagonistinnen meiner beiden Spin-Offs PoC sein! 😀 Sprich: Stella (BPoC), sowie Maggie und Mara.

Da man auf Twitter ja so einiges mitbekommt, möchte ich außerdem noch festhalten: Außerirdische mit einer anderen Hautfarbe zählen für mich übrigens definitiv NICHT als Repräsentation. Damit macht man es sich schon sehr einfach … ^^“


Psychische Probleme / Traumata

Malique

Da Malique sowohl in der Schule als in der Ausbildung unter Mobbing litt und aus einer relativ kaputten Familie stammt, hat er ein mangelndes Selbstwertgefühl. Da er seinen Wert noch nicht zu schätzen gelernt hat, ist auch sein Selbstbewusstsein nicht sonderlich ausgeprägt. Zwar ist er introvertiert, aber an manchen Tagen verkriecht er sich auch einfach nur, weil ihm alles zu viel wird. So oder so zeigt sich Malique seinen Teamkamerad*innen also phasenweise wenig bis gar nicht.

Spoiler ENDE BAND 1
Malique
Nach seinem unfreiwilligen Ausflug in ein schwarzes Loch leidet Malique unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Er wird regelmäßig von Albträumen geplagt, hat gelegentlich Flashbacks und auch sein Vertrauen zu seinen Teamkameraden litt enorm.

Eunuvea
Eunuvea hat wohl nie ganz verkraftet, dass ihr ehemaliger Verlobter sie als Opfer für das Iriliquium vorgeschlagen hatte. Nachdem sie von ihrem Heimatplaneten geflohen war, nahm sie an einem Rekrutierungstest der ISSO teil und wurde sofort in die Organisation aufgenommen. Sie merkte schnell, dass sie insbesondere männliche Lebewesen gut um den Finger wickeln kann und macht davon viel und gerne Gebrauch.

Spoiler ENDE BAND 2
Denychdir
Windomirs älterer Bruder und Mitglied der Piraten von Actokrak. Er ist durch und durch Narzisst und hat zudem Freude daran, andere Leute systematisch fertigzumachen – was Windomir auch schon am eigenen Leib erleben musste. Windomir kann ihn aus diesem Grund nicht leiden und auch unter seinen Piratenkolleg*innen ist er nicht sonderlich beliebt. Von Letzteren wird er gerne zur Informationsbeschaffung losgeschickt. Da Denychdir Kudolis (dem Anführer der Piraten) sein Leben verdankt, ist er ihm gegenüber loyal.


Behinderungen

Balkir
Balkir, einer der Piraten von Actokrak, hat zwei Beinprothesen. Er verlor beide Unterschenkel bei einem Einsatz und Kudolis – der Anführer der Piraten – kratzte das gesamte Geld zusammen, um ihm diese Prothesen zu finanzieren. Sie gehören nicht zu den neusten Modellen, doch er hofft, bald bessere zu bekommen.


Sexualität

Auch in Sachen LGBTQ* ist Mapmaker Malique bunt. Einige Charaktere interessieren sich nur für die eigene Spezies, andere auch für andere. Letztere habe ich mit dem Zusatz „Xeno“ versehen.

LGBTQ*-Charaktere von Mapmaker Malique
Von links nach rechts: Kriru, Snak, Sereban, Towaj, Punk, Gothic, Pop, Agneca, Eunuvea, Kryokrishna, Lorandrell und Serenos.

L

Punk (Xeno)
Punk ist die Freundin von Gothic. Beide machen kein Geheimnis daraus, dass sie zusammen sind, allerdings hängen sie es auch nicht an die große Glocke. Sie sind ein Pärchen, das gerne streitet und damit nicht selten die anderen Harmony-Rebellen in den Wahnsinn treibt.

Maggie (Xeno)
Sie ist eine der beiden Protagonistinnen von IT-Girl² und macht kein Geheimnis daraus, lesbisch zu sein.

G

Kriru (Xeno)/Snak und Sereban/Towaj (Xeno)
Die Ocri sind ein Volk, das lediglich aus Männern besteht. Sofern ein Ocri eine Beziehung eingeht, dann meist mit seinem Salandrai-Partner. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass Ocri aufgrund ihres Gendefekts ein Leben lang von ihrem Salandrai-Partner abhängig sind und sie deshalb meist in unmittelbarer Nähe zueinander bleiben. Eine Beziehung zu einem Ocri, der nicht zugleich der Salandrai-Partner ist, führte in der Vergangenheit oft zu Streitigkeiten. Von diesen Erzählungen haben sich viele abschrecken lassen.
Manche Ocri gehen ein Leben lang keine Beziehung ein, um im Falle eines Streits nicht weitere Probleme „heraufzubeschwören“. Andere haben schlichtweg kein Interesse.

B/P

Kryokrishna (Xeno)
Kryokrishna ist pansexuell. Sie hat eine Ex-Freundin in ihrer Heimat und einen Ex-Freund, den sie auf der ISSO kennengelernt hatte.

Eunuvea (Xeno)
Eunuvea hatte bisher nur eine Beziehung mit einem Mann, nutzt ihre Popularität aber gerne aus, um Spaß mit ihren Fans zu haben. Das Geschlecht ist für sie dabei unerheblich.

Gothic 
Gothic ist bisexuell und derzeit mit Punk zusammen. Sie selbst hätte den ersten Schritt wohl nie gewagt, aber Punk fackelte nicht lange, als sie bemerkte, dass ihre Gefühle erwidert wurden.

Serenos (Xeno)
Der Vizepräsident der ISSO wählt seine*n Partner*in nicht nach Geschlecht aus. Aufgrund seines stressigen Berufs gingen bereits viele Beziehungen in die Brüche. Zur Handlungszeit von „Mapmaker Malique“ ist er Single.

Pop (Xeno)
Eine der Rebellen von Harmony – sie ist bisexuell, hatte jedoch noch nie eine Beziehung. Ihr Interesse zeigte sich bisher nur in Schwärmereien.

SPOILER BAND 2
Agneca (Xeno)
Eine begnadete Sängerin, die Eunuvea nicht nur die Show, sondern auch die Groupies stiehlt. Sie ist pansexuell.

T

SPOILER BAND 2
Lorandrell (afab Liliell) (Xeno)
Lorandrell wurde als Prinzessin Liliell von Koraxil geboren, stellte aber schon während seiner Kindheit fest, dass er sich eher als Prinz wahrnahm. Sein „ungewöhnliches Verhalten“ wurde von seiner Familie nicht weiter beachtet, da er als vierter Nachkomme wenig Chancen auf den Thron hatte. So durfte er ein relativ normales Leben führen, bis seine Geschwister und seine Mutter nach und nach gestorben waren. Als dann nur noch sein (verhasster) Vater und zwei jüngere Geschwister übrig waren, wollte man ihn zwingen als Frau bei Hoffesten anzutreten. Lorandrell weigerte sich vehement und zog sogar Arrest im Kerker dem Schauspiel vor. Das nahm ihm bald jegliche Lebensfreude, bis schließlich Mohegna in sein Leben trat. Gemeinsam heckten Lorandrell und Mohegna einen Plan aus, von dem sich Lorandrells Vater überzeugen ließ, nachdem auch seine jüngste Tochter einer Krankheit erlegen war, er seine Blutlinie aber weiter an der Macht sehen wollte. So kam es, dass Lorandrell künftig als Bodyguard von Liliell in Erscheinung trat, die in Wirklichkeit Mohegna war. Da die Königsfamilie Koraxil sehr zurückgezogen lebt und kaum jemand aus Volk und Adel das Aussehen von Prinzessin Liliell kannte, gelang die Inszenierung. Lorandrells Vater und eingeweihte Vertraute ließen ihn jedoch spüren, dass sie seine „Spinnereien“ nicht guthießen, sodass Lorandrell auch mit dieser Lösung nie richtig glücklich wurde.


Charaktere aus dem asexuellen Spektrum

Snak
Snak hat nicht nur (leichte) Bindungsangst, sondern ist auch demisexuell. Heißt – vereinfacht – ohne Vertrauen empfindet er keine sexuelle Anziehung.
In seiner Heimat wird kaum über das Thema Sex gesprochen, was ihm ganz recht ist. Für ihn ist Sex Privatsache und kann den ganzen Hype darum nicht wirklich nachvollziehen – auch wenn er dem Ganzen nicht komplett abgeneigt ist. Umso schlimmer findet er, dass sein Team relativ frei darüber redet und er manchmal nur peinlich berührt daneben hockt. Zu Beginn setzen ihm doppeldeutige Andeutungen, was seine Beziehung zu Kriru angeht, dementsprechend zu. Tatsächlich wehrt er sich auch erst dann nicht mehr komplett gegen seine Gefühle, als Kriru ihm ein Geheimnis anvertraut.

SPOILER BAND 2
Selbst danach bedarf es noch eines weiteren Vertrauensbeweises, bis er sich einen Ruck – und Kriru eine Chance – gibt.

Mara
Mara interessiert sich absolut nicht für Sex. Mit ihrer Zwillingsschwester Maggie gerät sie regelmäßig aneinander, da diese sehr locker mit dem Thema umgeht und ihr auch gern mal sagt, sie solle es doch einfach mal versuchen. Mara lehnt das kategorisch ab, denn sie ekelt sich geradezu vor dem Gedanken, mit jemandem intim zu werden.

Queerness & Sexualität

Nach Langem gibt es mal wieder ein kleines Update von mir. Bei diesem Worldbuilding-Beitrag geht es um das Thema: Queerness & Sexualität. (Vielen Dank für die Denkanstöße, Alex!)


Die ISSO versteht sich als Zusammenschluss vieler Planeten und ist somit ein Schmelztiegel verschiedener Spezies und Kulturen. Neben Handel und technologischem Austausch hat die ISSO ein weiteres großes Ziel: Frieden!

Zwar gibt es die Satzung der ISSO, in der die Gleichheit aller Lebewesen festgesetzt wurde, aber dennoch wird die Umsetzung von einigen Mitgliedsplaneten nicht ernstgenommen. Aufgrund der Größe der Organisation ist die Kontrolle schwer bis unmöglich, weshalb die ISSO nur Stichprobenkontrollen durchführt und auf den guten Willen ihrer Mitglieder hofft. Lediglich eine Überprüfung beim Eintritt in die Organisation muss jeder Planet über sich ergehen lassen – was aber häufig auch nur die niedergeschriebenen Gesetze betrifft.

Da zur Gleichheit auch Sexualität gezählt wird, ist Homophobie etwas, das aus Sicht der ISSO nicht geduldet wird.
Einige Mitgliedsplaneten haben Kulturen, die Heterosexualität als Norm ansahen, weshalb deren Regierungen nach und nach ihre Bevölkerung zu einer anderen Denkweise „erziehen“ muss. Darunter befindet sich auch die Erde, (Wobei ihr diese nicht mit unserem Planeten gleichsetzen solltet!) die erst verhältnismäßig kurz Mitglied ist.
Unter diesen Planeten sind jedoch auch einige schwarze Schafe, die zwar ihre Gesetze, nicht jedoch ihre Handlungen angepasst haben, und einfach nur die Vorteile „mitnehmen“ möchten. Sollte dies auffallen – wobei die ISSO hier stark auf Whistleblower setzt – droht dem jeweiligen Planeten ein Ausschluss aus der Organisation.

Ein Großteil der Mitglieder meint es allerdings ernst und bemüht sich, die Vorgaben der ISSO umzusetzen und beteiligt sich aktiv am kulturellen Austausch.

Bei den Ocri, auf deren Planet – Ocron – Frauen ausgestorben sind, ist Homosexualität zum Standard geworden, wobei einige Männer dort auch gar kein Interesse an Beziehungen und/oder Sex zeigen. Da die Ocri generell eher prüde sind, wird über „solche Themen“ eher geschwiegen. Auf Ocron mischt der Hohepriester das Erbgut von jeweils zwei Männern und erstellt daraus einen Sohn – Klone, die sich selbst klonen. Sex ist somit zur Fortpflanzung nicht nötig und hat daher einen ganz anderen Stellenwert.


Es gibt zahlreiche Planeten, deren Lebensformen mit einer binären Geschlechterbetrachtung gar nicht weit kämen, da es zur Fortpflanzung drei oder mehr Partner mit verschiedenen Geschlechtern braucht. Andere Spezies haben lediglich ein Geschlecht bzw. sind geschlechtslos und pflanzen sich ohne Sex fort.

Anhand dieses Beispiels lässt sich schon erahnen, wie in meinem Universum mit Mono-/Polyamorie umgegangen wird: Das müssen die Beteiligten unter sich ausmachen. Monogamie ist jedoch der Standard, was Hochzeiten angeht. Polygamie muss beantragt werden, wird aber fast immer bewilligt – weshalb es Gruppen innerhalb der ISSO gibt, die die Abschaffung dieses Verwaltungsvorgangs fordern. Da Verheiratete jedoch keine Vorteile innerhalb der ISSO zu erwarten haben, finden Hochzeiten eher selten statt bzw. werden diese eh nicht eingetragen.


Wörter wie homo- und heterosexuell, schwul, lesbisch, bi, pan, usw. existieren bei manchen Spezies nicht im Wortschatz, weshalb es gerade in der Aufwärmphase des Universalübersetzers zu Problemen kommen kann. Im Normalfall werden Wörter dann mit einer möglichst nahen Entsprechung übersetzt – sollte es keine geben, wird nicht übersetzt, was dazu führt, dass Verwirrung herrscht (und meist das Thema gewechselt wird).
Neben diesen Wörtern hat sich beim Zusammenleben innerhalb der ISSO etabliert, auch Beziehungen, die aus unterschiedlichen Spezies bestehen, einen Namen zu geben: xenoromantisch bzw. xenosexuell.
In der Praxis sieht es jedoch so aus, dass diese Aufgeschlossenheit zum Standard geworden ist und das Festlegen auf die eigene Spezies als konservativ angesehen wird – wenngleich Beziehungen zwischen Mitgliedern derselben Spezies deutlich häufiger vorkommen.


Hier noch eine Auflistung, welche Sexualität meine Charaktere haben. Bei Gelegenheit werde ich noch ausführlicher darauf eingehen und diese auch erweitern. ^^ Einige Charaktere kenne bisher nur ich – diese kommen erst in/ab Band 2 vor. 😀

#MapmakerMalique

Agneca: Pan-romantisch/-sexuell (Xeno)
Dubstep: Hetero-romantisch/-sexuell
Eunuvea: Pan-romantisch/-sexuell (Xeno)
Flamenco: Hetero-romantisch/-sexuell (Xeno)
Gothic: Bi-romantisch/-sexuell
Kriru: Homo-romantisch/-sexuell (Xeno)
Kryokrishna: Pan-romantisch/-sexuell (Xeno)
Kudolis: Bi-romantisch/heterosexuell (Xeno)
Lana: Hetero-romantisch/-sexuell (Xeno)
Lorandrell: Pan-romantisch/-sexuell (Xeno); Geburtsname: Liliell
Malique: Hetero-romantisch/-sexuell (Xeno)
Metal: Hetero-romantisch/-sexuell
Pop: Bi-romantisch/-sexuell (Xeno)
Punk: Homo-romantisch/-sexuell (Xeno)
Sereban: Homo-romantisch/-sexuell
Serenos: Pan-romantisch/-sexuell (Xeno)
Snak: Homo-romantisch/-sexuell
Towaj: Homo-romantisch/-sexuell (Xeno)
Trance: Hetero-romantisch/-sexuell (Xeno)
Triko: Hetero-romantisch/-sexuell (Xeno)
Windomir: Bi-romantisch/heterosexuell (Xeno)

Von links nach rechts: Kriru, Snak, Sereban, Towaj, Punk, Gothic, Pop, Agneca, Eunuvea, Kryokrishna, Lorandrell und Serenos.

#MMMITG2

Maggie: Homo-romantisch/-sexuell (Xeno)
Mara: A-romantisch/-sexuell

#MMMDOME

Stella: Hetero-romantisch/-sexuell


Was das Thema „Mono/Poly“ und „Regenbogenfamilien“ angeht, möchte ich auf meinen Blogeintrag Gebärende, Kinder und Gesellschaft verweisen. Dort bin ich schon mal auf einiges eingegangen. 🙂

Habt ihr Fragen? Hat euch etwas überrascht? Ruhig raus damit, ich freu mich über Kommentare! 😀


Bild von LoganArt auf Pixabay

Gebärende, Kinder und Gesellschaft

Auf Basis von Nela Nequins Weltenbau-Beiträgen analysiere ich nach und nach die Welt von Mapmaker Malique. Ich gebe mein Bestes, die Spoiler möglichst gering zu halten.

In meinem ersten Worldbuilding-Beitrag geht es um das Thema: Gebärende, Kinder und Gesellschaft!

Über das Sozialsystem der ISSO, Gleichberechtigung und Gender

Auch in meinem Universum gibt es Gender, wobei diese insbesondere bei (Halb-)Humanoiden Verwendung finden. Andere Spezies, darunter auch sämtliche zweidimensionale Wesen, haben keine derartige Eingruppierung.

Um den Rahmen nicht zu sprengen, werde ich hier nur auf einige Lebensformen eingehen, die bis Band 2 vorkommen.

Da auf der Erde Männer als Standard hergenommen werden, muss sich Malique anfangs daran gewöhnen, dass in der Interstellar Space Organisation (ISSO) die Dinge etwas anders laufen: Die Organisation hat als Hauptziel für Frieden zu sorgen, daher haben – für ihn eher als weiblich angesehene – Themen wie Fürsorge und Gemeinwohl einen höheren Stellenwert als beispielsweise Profit.
Natürlich gibt es auch schwarze Schafe, die diese Gutmütigkeit für ihr eigenes Wohl ausnutzen. Diese Lebewesen werden von der Gemeinschaft jedoch geächtet. Gleiches gilt für Kriminelle, die bereits bei der zweiten Straftat mit empfindlichen Strafen zu rechnen haben.

Die Lebenshaltungskosten trägt die ISSO vollständig, sie verlangt keine Miete und es gibt kostenlose Lebensmittel. Selbst Verhütungsmittel werden von der ISSO gestellt. Nur das, was darüber hinaus geht, müssen die Mitglieder selbst finanzieren.
Dafür bekommt jedes Mitglied ein Gehalt, das sich an dem Wohl für die Gemeinschaft, der Schwierigkeit der Tätigkeit, sowie dem Rang orientiert. So erhalten Snak (Heiler) und Kryokrishna (Verteidigerin) ein höheres Grundgehalt als die restlichen Teammitglieder. Rekruten, die noch keinem Team zugeordnet sind und innerhalb der Organisation eher unterstützenden Tätigkeiten, wie beispielsweise Mentoring und Verwaltungstätigkeiten, nachgehen, erhalten ebenfalls ein Grundgehalt.
Geschlechterunterschiede gibt es dabei nicht. Selbst zweidimensionale Wesen erhalten dieses Gehalt, selbst wenn sie aufgrund der physischen Gegebenheiten wenig bis nichts damit anfangen können.

Ob ein Lebewesen einen Uterus oder einen Penis besitzt, ist nur für manche medizinische Aspekte relevant und wird daher nur in Krankenakten erfasst.

Hochzeit

Verheiratete genießen keine Vorteile innerhalb der ISSO. Hochzeiten werden lediglich in der Personalakte notiert, der Rest ist »Privatvergnügen«. Ob Ehepartner derselben Spezies angehören, ist dabei unerheblich.

Monogamie ist der Standard, wobei es auch Spezies gibt, die zur Fortpflanzung mehr als zwei Beteiligte brauchen. Hier sind auf Antrag mehrere Ehepartner möglich.

Die Gesetze der ISSO lassen offiziell nur Liebesheiraten zu, was aber gerade auf abgelegeneren Planeten häufig nicht der Fall ist. Dort wird oft auch aus politischem Interesse geheiratet. Aufgrund des bürokratischen Aufwands wird dies aber selten kontrolliert. Ein Eingreifen ist daher unwahrscheinlich, solange den hochrangigen Beamten der ISSO keine grobe Verletzung der Richtlinien auffällt.

Uneheliche Kinder haben keine Nachteile zu erwarten.

Ähnlich unkompliziert verläuft es bei einer Scheidung. Bei dieser wird lediglich der entsprechende Eintrag in der Personalakte gestrichen.

Fortpflanzung

(CN Periode)

Den wenigsten Humanoiden mit Uterus bleibt die monatliche Periode erspart. Sie erhalten diese Tage auf Wunsch frei, wobei dies in einigen Situationen schlichtweg nicht möglich ist. So könnte Eunuvea sich während einer Mission nicht ohne Weiteres zurückziehen. Aufgrund des medizinischen Fortschritts gibt es jedoch genügend Möglichkeiten, um Symptome zu unterdrücken. Schmerzen bleiben den Betroffenen dann zwar erspart, leichte Erschöpfung verspüren sie oft dennoch. Selten kommt es bei Magiebegabten zu temporärem Verlust ihrer Begabung.
Höherentwickelte Humanoide haben von der Evolution die Fähigkeit erhalten, die Eizellenproduktion und den Schleimhautaufbau erst bei einer gewünschten Schwangerschaft bewusst in Gang zu setzen. So spart der Körper Energie, die er für anderes nutzen kann.

Schwangerschaft

Die Anzahl der Kinder wird weder vorgegeben noch reguliert. Nachkommen von ISSO-Mitgliedern sind jedoch nicht automatisch selbst Mitglied – sie müssen wie alle anderen gewisse Voraussetzungen erfüllen, um im Erwachsenenalter selbst beizutreten.

Während der Schwangerschaft ist die werdende »Mutter« vom Dienst freigestellt, ebenso einige Wochen danach. Auf eigenen Wunsch darf unbedenklichen Tätigkeiten nachgegangen werden. Das Wort Mutter hebe ich aus dem Grund hervor, da es Spezies gibt, bei denen die Männchen die Verantwortung für den Nachwuchs übernehmen.
So zum Beispiel die Pirokrit, bei denen Weibchen nur die Eier zur Verfügung stellen und sich dann nicht weiter um den Nachwuchs kümmern.
Ein weiterer Sonderfall sind die Iknesier. Bei ihnen können (nicht müssen!) sich durch Zellteilung Wucherungen bilden, die zu Nachwuchs heranwachsen können. Dies geschieht geschlechtsunabhängig.
Gerüchten nach zufolge gibt es eine weitere Form der Reproduktion, die aufgrund des seltenen Auftretens kaum erforscht ist: das Erwachen des Schattens als eigenständige Person.

Für Lebewesen, denen auf natürlichem Wege keine Schwangerschaft möglich ist, sei es aufgrund physischer Gegebenheiten, als auch aufgrund der Partnerwahl, wird künstliche Befruchtung ermöglicht. Dies wird nur ab einem bestimmten Alter (je nach Spezies) und bei seltenen unheilbaren Krankheiten abgelehnt. Die Adoption von elternlosen Kindern steht sämtlichen Mitgliedern jederzeit offen.

Kinderbetreuung

Mitglieder der ISSO genießen die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie ihre Kinder selbst aufziehen oder es in eine professionelle Betreuung geben möchten. Dies gilt sowohl für Mütter als auch für Väter. Je nach Spezies gibt es für dieses Privileg unterschiedliche Altersbegrenzungen, die sich nach dem Erwachsenenalter richten. Für Humanoide ist dies der Beginn des 16. Lebensjahres, bei Sebaita bereits das 10. Lebensjahr.

Bei Lebewesen, die mehrfach Kinder mit unterschiedlichen Partnern bekommen haben und sich nicht an deren Erziehung beteiligt haben, kann ein Teil des Gehalts einbehalten werden, das dann wieder dem Sozialsystem zugutekommt, aus dem die Kinderbetreuung finanziert wird.

Mitgliedsplaneten haben jeweils ihre eigenen gesellschaftlichen Besonderheiten, wobei der Mitgliedsvertrag besagt, dass die Richtlinien der ISSO innerhalb von zwei ISSO-Jahren (ca. 3,5 Erdenjahre) umgesetzt werden müssen.

Abtreibung

(TW Abtreibung, Vergewaltigung)

Abtreibungen, die aufgrund gesundheitlicher Aspekte durchgeführt werden, sind gesellschaftlich akzeptiert. Ebenso solche, die nach einer Vergewaltigung stattfinden.

Solche, bei denen mangelnde Verhütung zur Schwangerschaft führten, sind dagegen verpönt, werden aber dennoch durchgeführt.

Sonderfall Ocri

Im Laufe der Geschichte der Ocri bildete sich – durch eine Umweltkatastrophe – ein Gendefekt, der weibliche Exemplare dieser Spezies aussterben ließ und die Lebensdauer der männlichen Ocri stark einschränkt. Um das weitere Überleben langfristig sicherzustellen, werden Partner anhand ihres Gencodes ausgewählt. Diese umgehen den Defekt, indem sie ihre Stoffwechsel miteinander verbinden, genannt »Salandrai«. Auch wenn die Städte der Ocri zunächst nicht den Eindruck erwecken, so sind sie doch technologisch weit entwickelt. Die erste Generation, die diese Katastrophe überlebte, war aufgrund ihrer langen Lebensdauer in der Lage, ihr Fortbestehen durch Klonen zu sichern. Bei jüngeren Ocri ist das Wissen über natürliche Fortpflanzung verloren gegangen – ihnen ist sogar der Anblick weiblicher Lebewesen unbekannt, sofern sie sich nicht mit entsprechender Lektüre beschäftigt haben.

Je nach Stamm gibt es verschiedene Regeln fürs Kinderkriegen: Bei einem ist das Bevölkerungswachstum durch die Anzahl der Kinder, bei anderen durch ein Höchstalter beschränkt. Die Elternpaare sind dabei fest vorgegeben: Sie entsprechen den Salandrai-Partnern. Das Klonen übernimmt meist der Hohepriester des Stammes, der dieses Wissen an seinen Nachkommen weitergibt.

Die Kinderbetreuung ist von Beginn an Sache der Gemeinschaft, sodass auch Waisenkinder automatisch versorgt werden.

Zum Abschluss möchte ich noch einmal genauer auf einige »Reizfragen« eingehen, die in Nelas Worldbuilding-Beitrag gestellt wurden:

Wer gilt in der Welt als Lebensgeber?

Innerhalb der ISSO: beide Elternteile gleichermaßen.
Mitgliedsplaneten der ISSO: unterschiedlich.
Im Falle der Ocri: der Hohepriester, sowie beide Väter.

Gibt es irgendwelche Verbindungen zwischen Geschlechtsorganen und magischen Fähigkeiten?

Nein, gibt es nicht.

Wie beeinflusst die Fähigkeit, Kinder gebären zu können, die gesellschaftliche Stellung?

Kinder gebären zu können hat keinen Einfluss auf die gesellschaftliche Stellung.

Inwieweit können Technologie/Magie Schwangerschaften zu beeinflussen? (TW Tod)

Die Form der Magie ist ausschlaggebend, ob sie positiven oder negativen Einfluss auf eine Schwangerschaft haben. Dunkle Magie können der schwangeren Person und/oder dem Kind schaden, Heilmagie dagegen Symptome lindern und die Gesundheit fördern. Mit Lebensmagie könnte ein Kind, das im Mutterleib verstirbt, wiederbelebt werden, was aber gegen die ethischen Grundsätze der ISSO verstößt.

Inwieweit können Technologie/Magie Schwangerschaften ermöglichen?

Technologien können bei der Befruchtung unterstützen, aber es gibt in meiner Welt keine Magie, die dies könnte.

Inwieweit gibt es Respekt für die Schmerzen, die eine Gebärende bei einer Geburt erträgt?

Unter den lebendgebärenden Spezies ist ein gewisser Respekt vorhanden. Andere Spezies, wie beispielsweise solche, die Eier legen und diese Schmerzen somit nicht erleiden, nehmen diese eher zur Kenntnis und kommentieren sie nicht weiter.

Wie wird die Periode und damit einhergehende Schmerzen betrachtet? (CN Periode)

Ob über die Periode geredet wird, hängt vom einzelnen Individuum ab.

Eine Geburt läuft schief. Was gilt als üblicher: Die Mutter oder das Kind zu retten? Warum?

Mitglieder der ISSO haben immer Vorrang. Da die Kinder zum Zeitpunkt ihrer Geburt keine Mitglieder sind, würde alles darangesetzt werden, die Mutter zu retten. Dies ist auch der Fall, wenn die Mutter dies explizit nicht wünscht, was dann häufig den Austritt dieser aus der Organisation zufolge hat.

Habt ihr Fragen oder Anmerkungen? Lasst es mich gerne wissen! Ich freue mich über Feedback!?

Image by Thomas Budach from Pixabay