Adventszeit 4

Die nächsten Tage vergingen wie im Fluge. Malique summte in dieser Zeit Weihnachtslieder vor sich hin, traf dabei aber nicht ansatzweise die Töne. Doch Eunuveas und Krirus Neugier war geweckt, sodass er ihnen diese Lieder vorstellen musste – wobei er hier die Hilfe des Hypernet beanspruchte. Fasziniert stellte Malique fest, dass beide nicht nur Freude am Singen hatten, sondern auch über großes Talent verfügten.

»Wirklich ein tolles Fest, das macht Spaß!«, lachte Eunuvea, die neugierig zu Malique blickte, »Was gibt es da denn noch so für Traditionen?«.

Nachdenklich legte Malique eine Hand an sein Kinn, bis er schließlich antwortete: »Wichteln. Das hab ich zwar noch nie gemacht, aber das ist recht simpel.«

Mit Sorge beobachteten sie, wie Maliques eben noch so fröhliches Gesicht zu einem traurigen wurde.

»Was ist denn los?«

Da Malique wusste, dass er so lange gelöchert werden würde, bis er ihnen die Antwort verriet, übersprang er den Teil der kontinuierlichen Nachfrage einfach.

»Beim Wichteln schreiben alle Teilnehmer ihren Namen auf einen Zettel und bekommen dann vom Organisator den Namen eines anderen zugeteilt. Diesen behält man für sich und kauft dann ein Geschenk für eben diese Person. Bisher hatte ich leider nie jemanden, mit dem ich das hätte spielen können.«

»Jetzt hast du aber genügend Nervensägen an der Backe!«, Malique zuckte zusammen, als Windomir ihn spielerisch in den Schwitzkasten nahm und mit der freien Hand durch seine Haare wuschelte.

Nachdem Malique sich von dem Schreck erholt hatte, streckte er Windomir die Zunge heraus, musste dann aber doch lachen.

»Nervensägen trifft es ganz gut!«

»Dann machen wir das doch!«, kam Eunuvea wieder zum Thema zurück.

»Ich kümmere mich um die Organisation«, bot Windomir an, erntete dafür einen überraschten Blick von Malique.

»Wieso willst du das denn machen? Ich kann schon a-«, Windomir unterbrach Maliques Einwand kurzerhand: »Du kümmerst dich sonst immer um alles, keine Widerrede!«.

So kam es, dass Windomir den Kurs der Crescent kurz darauf änderte. Ihr neues Ziel war nun eine Raumstation, die für ihre riesige Einkaufsmeile Bekanntheit erlangt hatte.

»Um Geschenkpapier kümmere ich mich, in vier Stunden wieder hier!«

Malique war erstaunt, dass Windomir problemlos Anweisungen gab, während er selbst sich immer so vorkam, als würde er alle nerven.

›Nicht schon wieder grübeln, lieber erstmal einkaufen‹, ermahnte Malique sich selbst und kramte einen zerknüllten Zettel aus seiner Jackentasche, den er aufklappte, um den Namen darauf zu lesen.

›Snak.‹

Er seufzte und stellte sich, kaum hatte er die Einkaufspassage betreten, erst einmal an die Seite und lehnte sich gegen die Wand.

›Was mag Snak denn eigentlich so?‹

Gedanklich ging er eine Liste durch, welche Geschenke er seinen anderen Kameraden machen würde. Zu seinem Entsetzen fiel ihm für jeden etwas ein, nur nicht für Snak.

›Na, das kann ja heiter werden.‹

Er nahm eine seiner vorderen Haarsträhnen zwischen Daumen und Zeigefinger und drehte diese mal nach links und mal nach rechts, bis er sich dazu entschied, einfach loszugehen und sich von den Schaufenstern inspirieren zu lassen.

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